Monday, March 10, 2008

Kreistag: Öl-Suche Riegel vorschieben

Einstimmig hat sich gestern der nordfriesische Kreistag gegen die Suche nach Öl und Gas im Nationalpark Wattenmeer ausgesprochen - und eine Resolution an das Land auf den Weg gebracht.
Nordfriesland - Das Nein unterschrieben gestern alle fünf Kreistags-Fraktionen: Sie fordern in einer Resolution an die Adresse der Landesregierung, dass es für das Konsortium RWE Dea und Wintershall keine Erlaubnis für die Suche nach Öl und damit verbundene Probebohrungen im Nationalpark Wattenmeer geben darf (wir berichteten). Dieser Antrag war von den Bündnis-Grünen eingebracht worden. Deren Fraktions-Chef Andreas Tietze stellte das Thema in Zusammenhang mit dem Ja des Kreistages vom September 2007 zu einer Anmeldung des Wattenmeeres als Unesco-Weltnaturerbestätte - ein "historischer Beschluss". Dazu passt es nach Ansicht des Grünen-Politikers nicht, über Erdölförderung im Nationalpark zu reden. Er hob außerdem hervor, wie wichtig es ist, die Bürger an einer solchen Debatte zu beteiligen.

Die SPD-Abgeordnete Regina Reuß befürchtet einen touristischen und damit wirtschaftlichen Schaden, der "katastrophal" für Nordfriesland wäre. "Wir wollen keine Bohrungen und keine Öl-Plattform in Nordfriesland mit seiner einzigartigen Natur", verwies Reuß auf ein zu hohes Umweltrisiko. Sie warnte davor, "naiv" zu sein: Wenn die Suche nach Öl erlaubt werden würde, wolle das Unternehmen auch fördern: "Millionen werden nicht einfach zum Spaß investiert." Ihr Appell vor dem Kreistag: "Deutlich und rechtzeitig Einigkeit im Widerstand signalisieren und die Argumente bündeln." Um Letzteres zu erfüllen, hatte die SPD folgenden Ergänzungsantrag formuliert: "Der Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus sowie der Umweltausschuss werden beauftragt zu ermitteln, was der Kreistag über die Resolution hinaus tun kann, um Explorationsbohrungen im Wattenmeer zu verhindern. Zusätzlich haben die Ausschüsse die weitere Entwicklung zu beobachten und bei Bedarf dem Kreistag Bericht zu erstatten." Dieser ist dann mit den Stimmen der CDU-Mehrheit abgelehnt worden, der Berichte des Landrates zu diesem Punkt ausreichen.

"Wir müssen unser Wattenmeer für den Tourismus erhalten", erklärte Dieter Enewaldsen von der Wählergemeinschaft Nordfriesland. Gefahren für die Fischerei und das Meer erwähnte Ulrich Stellfeld-Petersen (SSW). Seine Sorge: "Die Einmaligkeit des geschützten Wattenmeeres könnte zumindest ins Gerede kommen." Eine Umweltprüfung müsse unbedingt vorgenommen werden, forderte er für die SSW-Fraktion. Der CDU-Abgeordnete Hauke Christiansen monierte, dass "teilweise Horrorvisionen" aufgebaut würden. "Profit zu erzielen ist nicht immer unredlich", fuhr er fort. Das Land würde dann eine gewisse Einnahme aus dem "Förder-Zins" bekommen. Doch der Nationalpark sei das höhere Gut und habe im Vordergrund zu stehen. "Vor künftigen Entwicklungen dürfen wir uns aber nicht von vornherein verschließen", kann sich Christiansen eine "Aufsuchung auf dem festländischen Kreis" vorstellen.

Quelle: NORDFRIESLAND TAGEBLATT 8. März 2008

1 comments:

Anonymous said...

hmm... cognitively text ))